12.01.2010

Schneespaß und Schneelast

Bleckede. Der kräftig einsetzende Schneefall am Samstag sorgte in unserer Region für deutliche Probleme, jedoch blieben die katastrophalen Zustände wie in Mecklenburg-Vorpommern und in Schleswig Holstein aus. Im Raum der Stadt Bleckede, Samtgemeinde Dahlenburg, Neu Darchau und der Samtgemeinde Ostheide waren die Hauptverkehrswege am Sonntagmittag wieder gut befahrbar, teilweise zwar mit 

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Eis- oder Schneeglätte, aber die Straßenmeistereien und Bauhöfe hatten zügige Arbeit geleistet. Lediglich Nebenstrassen und kleinere Straßen im Stadtgebiet von Bleckede mussten auf eine Räumung warten.

Die einzelnen Meldungen 

Walmsburg. Der Schnee - Neu- und Altschnee zusammen - deckt einerseits zu, was nicht jedermann sehen will: Der Deich gestaltet sich weiß fast unsichtbar in der umgebenden weißen Landschaft. Die Schneehöhe entspricht der Beinlänge der Schafe und die Wirkung ist die, dass man glaubt, die Wollkörper schwebten über dem Schnee. Die Borderkollies genießen die weiße Pracht tobend und Treckerfahrer mit diversen Schlitten im Schlepptau nutzen die selten gewordenen Winterlichkeit zum Riesenspaß für Kinder und Große.

Brackede/Radegast. Ähnliche Straßenverhältnisse wie im gesamten Stadtgebiet. Die Elbuferstraße war an offenen Stellen mit Schneewehen überzogen. In Brackede wurden die Zufahrten zu den Häusern , die über den Deich zu erreichen sind, am Samstagabend geräumt. Die Räumfahrzeuge waren laufend auf den Straßen zwischen den Dörfern im Einsatz.

Dahlenburg. Die Hauptverbindungsstraßen Dahlenburgs sind geräumt und gut befahrbar. In den Nebenstraßen wurde nur teilweise Schnee geschoben, sie sind aber bedingt befahrbar. In den Aussenbereichen zum Beispiel in Boitze haben Schneeverwehungen zu Verkehrsbeeinträchtigungen geführt, insbesondere in freien Lagen. Grundsätzlich kann von normalen Strassenverhältnissen unter den gegebenen Bedingungen ausgegangen werden. Die Räumdienste sind im Einsatz. Die Fußwege in der Ortslage Dahlenburg sind überwiegend gut geräumt, teilweise aber durch unterlassene Schneeräumung nicht oder sehr schwierig passierbar. 

Nahrendorf. Schneeverwehungen von einem halben Meter Höhe waren auf den Strassen in und um Nahrendorf keine Seltenheit. So gehörte die Strecke von Barskamp über Tosterglope nach Nahrendorf zu den Abenteuern, die der Winter auf dem Lande zu bieten hat. Kleinere Dörfer waren teilweise schwierig zu erreichen. „Fahren, das geht ja noch, nur lenken und vor allem bremsen ist schlecht“, beschrieben Autofahrer die Verhältnisse zwischen Pommoissel, Oldendorf und Lüben. Auch wenn Samstag und Sonntag regelmäßig Räumfahrzeuge im Einsatz waren, unter der Schneedecke lauerte eine Eisschicht, die sogar Spaziergängern den Spaß am Schnee eintrübte.

Pommoissel. Plastiktüten, Gummireifen, Luftmatratzen, Kunststoffdeckel - runter rutscht man immer. Natürlich sausten die Nahrendorfer auch auf klassischen Holzschlitten die Rodelbahn in Pommoissel hinab. Der fröhliche Wintersport wärmte auf, ein Schluck Punsch stabilisierte das Resultat. 

Breese. Gut, wenn man Freunde mit winterharten Verkehrsmitteln hat: Corinna Müller kam mit ihrem Auto nicht mehr so recht voran, Vera Lohrmann aus Neestahl wusste Rat und spannte - passend zum Schnee - Schimmelpony Arabella vor den Schlitten. Mit mehreren 'Anhängern' ging es dann im Trab auf Kufen zum Bahnhof Göhrde.

Neetze. Nachdem es auch in Neetze die ganze Nacht über geschneit hatte, kämpften die Anwohner am Sonntag mit rund 15cm Neuschnee. Die Straßen waren zum größten Teil vereist und Grundstückszufahrten sowie Parkplätze durch ‚Schneemauern’, die bei den Schneeräumarbeiten auf den Straßen entstanden waren, kaum zugänglich. Die Schneemassen setzten sich vor allem auf einigen Satellitenschüsseln ab und brachten den ‚Schnee’ sogar bis ins Sonntagsfernsehprogramm. Auch den restlichen Tag über verschonte ‚Daisy’ die Neetzer nicht mit weiteren Schneefällen, die das Schneeschieben zu einer Sisyphusarbeit werden ließen. Und wer am Vortag noch über die angekündigten 50cm Neuschnee und ‚Daisy-Panik’ geschmunzelt hatte, machte sich bei dem Anblick aus dem Fenster schon Gedanken, ob man sich nicht lieber doch hätte Vorräte besorgen sollen.

Lkr. Lüneburg. In Stadt und Landkreis Lüneburg ereigneten sich aufgrund der Schneefälle, verbunden mit starkem Wind, in der Zeit von Samstag 14.00 Uhr bis Sonntag, 3.00 Uhr, 12 Verkehrsunfälle mit zwei Leichtverletzten und einem Gesamtschaden von ca. 20.000 Euro. In fast allen Fällen gerieten die Autofahrer in Schneewehen oder kamen von der Fahrbahn ab. Auf der K37, zwischen Rettmer und Heiligenthal, steckten gegen 16.00 Uhr, sechs Pkw fest, die durch private Hilfe wieder befreit werden konnten.

Stadt Lüneburg. Der schwerwiegendste Unfall ereignete sich Sonntagmorgen, 2.18 Uhr, in Lüneburg, Willy-Brandt-Straße, Höhe Museum. Eine 20-jährige Autofahrerin befuhr die Willy-Brandt-Straße in Richtung Innenstadt. Auf der schneeglatten Fahrbahn kam sie nach rechts von der Straße ab und rutschte mit ihrem Fahrzeug die Böschung in Richtung Lösegraben herunter. Die Rutschpartie endete an einem Baum. Bei dem Unfall wurde die Fahrerin leicht verletzt. Bei der Unfallaufnahme wurde festgestellt, dass sie unter Alkoholeinfluß stand, sie pustete 0,7 Promille. Ihr wurde eine Blutprobe entnommen. Über die Schadenshöhe kann noch nichts gesagt werden.

Neu Darchau. In Neu Darchau waren die Straßen am Sonntagmittag, zwar noch nicht in vollem Umfange geräumt und das Autofahren gestaltete sich schwierig, jedoch die Fähre Neu Darchau-Darchau verkehrte regelmäßig.

Landkreis Harburg. Im gesamten Landkreis Harburg kam es in der Nacht vom 09.01. auf den 10.10.2010 zu insgesamt 12 Verkehrsunfällen (8 auf der Autobahn und 3 auf der Bundesstraße 3). Bei den Unfällen wurden insgesamt 3 Personen zum Glück nur leicht verletzt. Die Gesamtschadenshöhe beläuft sich auf zirka 55.000 Euro. Hauptunfallursache war die nicht angepasste Geschwindigkeit bei den teilweise stark verschneiten Straßen. Die Winterdienste des Landkreises und der Gemeinden waren dauerhaft im Dienst.

Am 10.01.10 im Zeitraum von 6.30 bis 16.30 Uhr wurden aufgrund der anhaltenden Schneefälle und Schneeverwehungen weitere 10 Unfällen (4 auf der Autobahn, 6 auf Bundes-, Landes- und Gemeindestraßen). Bei einem Unfall wurde eine Person leicht verletzt. Die Gesamtschadenshöhe wird auf zirka 8.000 Euro geschätzt. Der Winterdienst ist weiterhin im Einsatz. Mit weiteren Verkehrsunfällen wird gerechnet.

Neubrandenburg/Jarmen. Das Technische Hilfswerk hat 170 vom Schnee eingeschlossene Autofahrer in Mecklenburg-Vorpommern in Sicherheit gebracht. Das Sturmtief ‚Daisy’ hatte die Menschen in der Nacht zu Sonntag mit meterhohen Schneewehen mit ihren Autos auf der Autobahn A20 eingeschlossen. Erst nach Stunden konnten die Betroffenen versorgt werden. Gesperrt war ein Autobahnabschnitt zwischen den Auffahrten Anklam und Süderholz. Die meisten Fahrzeuge steckten auf einem acht Kilometer langen Abschnitt rings um Jarmen fest. Der Schnee habe den Autos bis an die Fenster gereicht. Insgesamt waren zeitweise bis zu 22 Kilometer auf der A20 komplett gesperrt. Besonders betroffen sind die Küste und der Osten des Landes. Im Kreis Ostvorpommern wurde der Katastrophenalarm auslöst.

Für die gesamte Ostseeküste erwartete der Deutsche Wetterdienst Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 Kilometern pro Stunde, auf Rügen seien orkanartige Böen möglich. Örtlich sei auch leichter gefrierender Sprühregen mit Glättebildung möglich. Wegen der Temperaturen um den Gefrierpunkt drohen auch Bäume wegen der Eislast umzustürzen.

Am Sonntag behindern starke Schneeverwehungen besonders auf den Inseln Rügen und Usedom und in den Küstenkreisen Bad Doberan und Nordwestmecklenburg den Verkehr. Auch die Kreise Güstrow, Bad Doberan und Nordwestmecklenburg richteten Krisenstäbe ein. 

Schneeverwehungen stoppen Züge. Auf mehrere Regionalstrecken ruht der Verkehr. In hohen Schneewehen habe sich am Sonntagmorgen ein Personenzug auf der Strecke Stralsund-Pasewalk-Berlin bei Ducherow festgefahren, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn AG. Rettungskräfte befreiten die Reisenden.

Schleswig Holstein. Die B76 zwischen Rendsburg und Schleswig musste am Sonntag komplett gesperrt werden. Das Hinderburgufer in Kiel wurde wegen Hochwasser gesperrt. Im Raum Segeberg und Stormarn steckten Autos in Schneewehen fest. Der Zug-Nahverkehr zwischen Flensburg und Kiel wurde eingestellt. Flensburg meldete zwar auch Probleme mit dem Schnee, doch das Hochwasser sorgte für Probleme am Westufer der Stadt. Auf der Südseite Fehmarn drohte ein Deich zu brechen. 

-EP-Redaktion/wh/sn/cb/ez/jw-

Nachrichten aus dem Landkreis Lüneburg und der Elbtalaue